Lou ist zurück! - Mein Herz in zwei Welten von Jojo Moyes

Bei meiner Leidenschaft für Krimis und Thriller brauche ich zwischendurch auch mal leichte Lektüre fürs Herz. Die Romane von Jojo Moyes gehören für mich in diese Kategorie. Schon die beiden Vorgänger „Ein ganzes halbes Jahr“ und „Ein ganz neues Leben“ haben mir kleine Tränen und herzhaftes Lachen beschert. Daher habe ich mich sehr gefreut als der dritte Teil der Geschichte über Louisa Clark endlich in den Regalen der Buchhändler stand. Findet Lou nach Wills Tod endlich ihr Glück?

Buchcover "Mein Herz in zwei Welten" von Jojo Moyes

New York – die Stadt, die niemals schläft und dir verspricht, wenn du es hier schaffst, schaffst du es überall. Ein Sehnsuchtsort für viele und gleichzeitig eine Stadt voller gescheiterter Träume und Existenzen. Für die Engländerin Lou ist es ein Neubeginn. Nach der verwirrenden und orientierungslosen Zeit, die auf den selbst gewählten Tod ihrer Liebe Will folgte, will sie im „Big Apple“ neu durchstarten. Ihr ehemaliger Arbeitskollege Nathan hat ihr eine vielversprechende Stelle in einem Millionärshaushalt in Manhattan verschafft. Als persönliche Assistentin der Unternehmergattin Agnes, die unter Depressionen leidet, will Lou ihre neue Bestimmung finden. Dass ihr Freund Sam derweil in England bleibt, ist nur eines der Probleme, mit denen die junge Frau in ihrem neuen Leben konfrontiert wird.

 

Zwar ist Agnes eine dankbare Arbeitgeberin, die stets betont, dass Lou mehr Freundin als Angestellte sei, doch gestaltet sich der Job für die quirlige Engländerin häufig äußerst langweilig. Stundenlang sitzt sie in der Familien-Limousine und erwartet, in welcher Stimmung Agnes wahlweise vom Lunch, Friseur oder oder einer anderen Verpflichtung zurückkehrt. Sie unterstützt die zuweilen unsichere, manchmal zutiefst wütende und dann wieder verzweifelte Mrs. Gopnik, die kaum älter als Louisa selbst ist und an der New Yorker Society und der feindseligen Tochter ihres Ehemanns zu zerbrechen scheint. Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung, die sie als Begleitung ihrer Arbeitgeberin besucht, lernt sie mit Josh einen Mann kennen, der Will nicht nur zum Verwechseln ähnlich sieht, sondern auch sein lässiges Selbstbewusstsein an den Tag legt und Lou damit ordentlich durcheinander bringt. 

 

Dabei hat die junge Frau kaum Zeit, in der Metropole richtig anzukommen und Freundschaften zu schließen. „Bis zu diesem Abend war mir nicht bewusst geworden, wie wenig Leute ich in New York kannte. Ich war seit meiner Ankunft so beschäftigt gewesen und mein Leben hatte sich so vollständig um Agnes und ihren Terminplan gedreht, dass ich mir keine eigenen Freunde gesucht hatte.“ Und auch für ihren Freund „Sanitäter-Sam“ bleibt dank Zeitverschiebung, Schichtdiensten und unerwarteten Aufgaben kaum Zeit, was der frischen Beziehung nicht gerade zuträglich ist. „Ich scrollte durch mein Handy, betrachtete die wenigen Fotos von Sam und mir und versuchte, die Stärke seiner Gefühle für mich aus der Art herauszulesen, auf die er seinen Arm um mich legte oder seinen Kopf zu mir herunterbeugte.“  

 

Dennoch versucht Louisa tapfer weiter ihr Glück und vor allem sich selbst fern der Heimat zu finden und muss dabei mehr als ein paar Stolpersteine überwinden, wobei ich ihr gern gefolgt bin. Der dritte und vermutlich letzte Roman über Lou hat nicht die Tiefe und derart ernste Themen wie das erste Buch zu bieten. Dennoch gefällt es mir besser als „Ein ganz neues Leben“, da es einige interessante Wendungen hat. Wie bei den meisten Büchern von Jojo Moyes kann man eine gewisse Vorhersehbarkeit nicht leugnen. Das mindert jedoch das Lesevergnügen meiner Meinung nach nicht. Es macht Spaß die Protagonistin auf ihrem Weg durch die aufregende Stadt zu begleiten, mit ihr zu lachen und zu leiden. Noch ein weiterer Roman über Lou wäre wohl zu viel des Guten, aber mit „Mein Herz in zwei Welten“ findet sich ein würdiger Abschluss.

 

Fazit: Für die leichte Lektüre zwischendurch absolut geeignet. Selbst wenn man das Buch ein paar Tage zur Seite legen muss (was ich dank eines kleinen Wirbelwindes des öfteren getan habe), findet man nahtlos wieder Eingang in die Geschichte. Für Liebhaber von ein bisschen Romantik und Spaß auf jeden Fall empfehlenswert!

 


 

 

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