In der Weihnachtsbäckerei

Einmal im Jahr verschwinde ich einen kompletten Samstag in der Küche und verlasse den Ort des Geschehens erst, wenn mindestens sieben Plätzchendosen randvoll mit kleinen Leckereien gefüllt sind. In keinem Jahr ist die Mischung der Sorten, die auf dem Backblech landen gleich. Einige Varianten sind allerdings Klassiker ohne die es keine Adventszeit bei mir gibt.

Plätzchen backen gehörte bei mir schon als Kind zur Vorbereitung auf die Weihnachtszeit. Was unter Anleitung meiner Mutter begann, habe ich später unter eigener Regie fortgeführt: Am ersten oder zweiten Adventswochenende stehen Arbeitsplatte und Herd ganz unter dem Motto Weihnachtsbäckerei. Dann wird geknetet, gerollt, ausgestochen und verziert bis ich allein vom Geruch der weihnachtlichen Genüsse einem Zuckerschock nahe bin. Das führt (leider) meist dazu, dass ich selbst wohl am wenigstens von den Sternen, Kugeln und Spritzgebäck nasche und lieber Freunde, Familie und Arbeitskollegen mit dem süßen Gebäck beglücke. Aber diese Freude ist doch der größte Lohn!

 

Hier die Rezepte meines diesjährigen Plätzchenmarathons:

 

Die absoluten Klassiker: Mürbeteigplätzchen (in diversen Formen):

 

Für etwa 3 Bleche Plätzchen (je nachdem wie dick man den Teig ausrollt), braucht man:

  • 300g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 90g Zucker
  • 1 Ampulle Vanille-Aroma
  • 1 Ei
  • 150g kalte Butter

Alle Zutaten mit dem Knethaken eines Rührgeräts vermengen und mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Anschließend den Teig in Folie gewickelt für mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

Danach den Teig ausrollen und in beliebigen Formen ausstechen.

Bei 160 Grad Umluft brauchen die Plätzchen ungefähr 10 Minuten bis sie eine leicht goldige Farbe angenommen haben.

Sobald sie ausgekühlt sind, kann man sie beliebig verzieren.

   

Für die gefüllten Sterne zusätzlich:

  • Marmelade (was schmeckt oder gerade übrig ist, besonders weihnachtlich wird es mit Orangennote)

Einfach etwas Marmelade zwischen zwei Sterne streichen, zusammenkleben und mit Kuvertüre glasieren. Anschließend mit Pistazienstückchen oder Zuckerperlen bestreuen.

Für Rudolph braucht ihr zusätzlich:

  • rote/pinke Smarties

  • etwas Kuvertüre

Für die Rentiere benutze ich ein kleines Weinglas zum Ausstechen. Nachdem die Plätzchen abgekühlt sind, klebe ich die Smartienase mit etwas Kuvertüre an und male mit Hilfe einer kleinen Dekorspritze (so ähnlich z. B. hier) Augen und Geweih auf. 

Erst seit 2015 in meinem Weihnachtsrepertoire, aber schon jetzt ein Favorit: Spritzgebäck (hell & dunkel):

  •  250g Butter
  • 250g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • eine Prise Salz
  • 1 Ei
  • 1 EL Milch
  • 500g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone
  • dunkle Kuvertüre

Für die dunkle Variante zusätzlich:

  • 2 EL Kakao
  • 2 EL Milch
  • abgeriebene Schale einer Bio-Orange (statt Zitrone)
  • weiße Kuvertüre

Alle Zutaten verrühren und anschließend den Teig portionsweise in eine Gepäckpresse geben. Je nach Belieben Streifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Ich nutze dafür den Fleichwolfaufsatz der KitchenAid. Damit geht das Pressen der Teigmasse super schnell und bequem. Mit einem Spritzbeutel habe ich vor zwei Jahren keinen Erfolg gehabt, da der Teig doch recht fest ist und man eine ausreichend große Tülle benötigt, damit es funktioniert.

Das Spritzgebäck braucht etwa 13 Minuten bei 150 Grad Umluft.

Nach dem Abkühlen mit Kuvertüre verzieren. 

 

 

Nicht wirklich weihnachtlich, aber immer beliebt: Schokocrossies

  • Cornflakes

  • Schokoladenreste oder Kuvertüre (Ich mag gern eine Mischung aus Vollmilch und Zartbitte im Verhältnis 3:2)

Die Schokolade schmelzen und Cornflakes unter Rühren nach und nach unterheben. Nur so viele Cornflakes dazugeben, dass stets alle vollständig mit Schokolade bedeckt sind. Dann mithilfe von zwei Löffeln kleine Cornflakes-Stapel auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben trocknen lassen.

 

Für den besonderen Kick:

 

In diesem Jahr habe ich der Schokolade auch ein paar Tropfen Chilikernöl zugefügt. Da man bei der Dosierung sehr vorsichtig sein sollte, ist nur ein Hauch von Schärfe zu schmecken. Beim nächsten Mal habe ich mir fest vorgenommen mutiger zu sein und die Dosierung zu erhöhen ;-)

 

 

Premierenplätzchen in 2016: Schoko-Engelsaugen

  • 200g Zartbitterschokolade (gerieben)

  • 350g Mehl

  • 125g Puderzucker

  • 2 EL Kakaopulver

  • 200g Butter (aus dem Kühlschrank)

  • 3 EL Schlagsahne

  • 2 EL Zucker

  • 1 Päckchen Vanillezucker

  • 1 halbe Bio-Orange

Der Teig reicht für etwa zwei Backbleche, je nachdem wie groß die Kugeln werden.

 

50 g geriebene Schokolade, Mehl, Puderzucker, 1 EL Kakao, Butter und 2 EL Sahne mit dem Knethaken eines Rühgerätes vermengen, ggf. danach noch mit den Händen zu einem glatten Teig kneten.

Den Teig anschließend in zwei gleich große Hälften teilen, je zu einer Rolle von ca. 2cm Durchmesser formen und in Frischhaltefolie wickeln. Anschließend die beiden Rollen für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.

Danach beide Rollen in je 30 Scheiben schneiden, diese zu Kugeln formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Dann wird mit einem Kochlöffelstiel ein kleines Loch in die Mitte der Kugeln gedrückt. Dort kommt später die Schokofüllung hinein. Die Engelsaugen benötigen etwa 15 Minuten bei 150 Grad Umluft im Ofen.

Währenddessen Zucker, Vanillezucker und 1 EL Kakao und die abgeriebene Schale einer halben Orange vermischen und direkt auf die Plätzchen streuen, wenn sie noch heiß aus dem Ofen kommen.

 

Wenn die Plätzchen abgekühlt sind, die restliche geriebene Schokolade mit 1 EL Sahne schmelzen und mithilfe eines Spritzbeutels in die Vertiefungen der Plätzchen geben. Ggf. können die Plätzchen noch mit Zuckerdekor verziert werden.

 

Viel Spaß beim Backen und frohe Weihnachten! 

Kommentar schreiben

Kommentare: 4
  • #1

    Astrid (Montag, 19 Dezember 2016 20:48)

    Und sie waren soooooo lecker!! :-)

  • #2

    Frauhaaansen (Montag, 19 Dezember 2016 20:53)

    Ich liebe diese Plätzchen

  • #3

    Anne (Dienstag, 20 Dezember 2016 21:18)

    Danke, ihr Lieben!

  • #4

    Kristin (Mittwoch, 28 Dezember 2016 20:39)

    Ich freue mich aufs nachbacken - Danke für die Rezepte